
Liebe Eltern eines besonderen Kindes!
Sie haben vor kurzem erfahren, dass Ihr Kind sich nicht so entwickeln wird wie andere Kinder und es vielleicht behindert ist. Möglicherweise fühlen Sie sich allein gelassen und haben das Gefühl, das Rad neu erfinden zu müssen. Wir sind Eltern, die diese Situation auch durchgemacht haben und vielen von uns haben wesentliche Informationen in der ersten Zeit gefehlt. Wir werden Ihnen nicht alle Informationen geben können, die Sie für Ihre spezielle Situation brauchen, möchten aber mögliche erste Schritte aufzeigen, die zum Beispiel uns geholfen haben.
Sie werden zurzeit vielleicht in einem Krankenhaus oder von einem Arzt betreut, die Ihnen nach bestem Wissen versuchen zu helfen. Es kann aber sein, dass Sie Spezialisten oder andere Ärzte brauchen, die sich mit der Situation Ihres Kindes besonders gut auskennen. Zögern Sie nicht, diese aufzusuchen! Auch wenn es "nur" Ihr Bauch ist, der Ihnen sagt, dass dies noch nicht der richtige Arzt ist und Sie weitersuchen müssen - tun Sie es! Ihr Gefühl wird Sie selten trügen. Eine gute erste Anlaufstelle ist das Kindernetzwerk (www.kindernetzwerk.de [1]), die Infos zu Krankheiten und Adressen von Ärzten, Krankenhäusern und anderen Betroffenen vermitteln können.
Sollte Ihr Kind an Anfällen leiden, finden Sie die Internetseite www.anfallskind.de [2] möglicherweise hilfreich. Auch bei den Therapien (Bobath, Vojta etc.) werden Sie sich einem vielfältigen Angebot gegenüber sehen, bei dem Sie mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln werden, was Ihrem Kind gut tut.
Vielleicht wollen Sie auch bei der Suche nach der Ursache der Erkrankung eine genetische Beratung in Anspruch nehmen. Fragen Sie Ihren Arzt aktiv danach, wenn Sie dies wünschen. Man kann Ihnen dann die richtigen Adressen und ggf. Überweisungen an die Hand geben. Es ist aber auch Ihr gutes Recht, wenn Sie der genetischen Frage nicht nachgehen wollen.
Sie werden sich vielleicht fragen, wie Sie die Situation mit einem behinderten Kind alleine bewältigen sollen. Aber Sie sind nicht alleine! Es gibt viele Stellen, wo Sie Hilfe bekommen können.
Dies ist nur eine kleine Auswahl, die wir hilfreich fanden. Es gibt viele weitere Stellen! Erkundigen Sie sich z.B. beim Gesundheitsamt, wer in Ihrer Region zuständig ist und zögern Sie nicht, deren Hilfestellung in Anspruch zu nehmen.
Vielleicht haben Sie das Bedürfnis, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Wir können nicht sagen, was in Ihrer Region oder zu dem spezifischen Krankheitsbild Ihres Kindes angeboten wird. Sie werden im Internet jedoch diverse Foren finden, wo Sie mit anderen Müttern oder Vätern von besonderen Kindern chatten können. Dies ist gerade wertvoll, wenn die Zeit fehlt und man sich zwischendurch 'mal Luft machen möchte. Nach einer Zeit wird auch der schmerzhafte Vergleich mit gesunden Kindern einer davon unabhängigen Liebe zu Ihrem Kind weichen.
Für alle Fragen, die Sie darüber hinaus bewegen, werden Sie das Internet (z.B. www.leona-ev.de [3]) zu schätzen wissen. Hier kann man krankheitsspezifisch oder auch zu anderen Themen schnell und effizient recherchieren. Es ist manchmal genau dieser (langwierige) Pfad, den man beschreiten muss, um ein Verständnis für die Krankheit und den eigenen Umgang damit zu erlernen.
Viele von uns haben die Erfahrung gemacht, dass wir unsere Kinder gerade für ihre Besonderheit lieben und dankbar sind, welche wertvolle Seite des Lebens sie uns zeigen. Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Sprössling, kuscheln Sie nach Herzenslust und seien Sie stolz, denn "besondere Kinder brauchen besondere Eltern" (übrigens auch der Titel eines sehr hilfreichen Buches)!
Alles Gute für Sie und Ihr Kind wünschen
die Eltern von LEONA e.V.
Dieser Text steht auch als PDF-Datei zum Herunterladen [4] zur Verfügung.